Ilya Iwanowitsch Iwanow

Ilya Iwanowitsch Iwanow, (geb. 1. August 1870, Schigry, Kursk-Gubernija, Russland-gest. 20. März 1932, Alma-Ata, Kasachische S.S.R. ), sowjetischer Biologe, der eine Methode zur künstlichen Besamung von Haustieren entwickelte.

Im Jahr 1898 richtete Iwanow in Moskau mehrere zoologische Laboratorien ein, in denen er den Aufbau und die Lebensvorgänge der Geschlechtsorgane von Nutztieren untersuchte, darunter auch die Absonderungen der akzessorischen Geschlechtsdrüsen während der Befruchtung. Aus seinen Beobachtungen schloss er, dass die einzige Voraussetzung für eine Befruchtung die Vereinigung von Spermatozoon und Ei ist und dass die Spermatozoen ihre Beweglichkeit und Potenz für eine gewisse Zeit beibehalten, wenn sie richtig konserviert werden. Iwanow gelang es, Techniken zur Gewinnung, Konservierung und Desinfektion von Sperma zu entwickeln und ein Verfahren zur künstlichen Befruchtung zu entwerfen, das für alle Arten von Vieh verwendet werden konnte.

Im Jahr 1901 gründete Iwanow im Dorf Dolgoe in der Gouvernija Orlovskaja das weltweit erste Zentrum für die künstliche Befruchtung von Pferden. Er experimentierte mit der Interspezies-Hybridisierung, der Kreuzung von Haustieren mit Wildtieren durch künstliche Befruchtung. Sein Ziel war es, kommerziell nutzbare Hybriden zu erzeugen und neue Rassen zu entwickeln, die widerstandsfähiger gegen Krankheiten und anpassungsfähiger an die harten russischen Winter waren. So kreuzte er beispielsweise ein Zebra mit dem Przewalski-Pferd (Equus caballus przewalskii), dem einzigen noch existierenden echten Wildpferd, zu einer Hybride von Hauspferden. Er bemühte sich auch um die Erhaltung bestimmter gefährdeter Wildtierarten, wie z. B. des Wisents (Europäischer Bison).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.